Viele fragen uns: Wie wird man eigentlich eine genehmigte Anbauvereinigung? Hier erzählen wir, wie unser Weg aussah – von der Vereinsgründung bis zur ersten Ernte.
Januar 2024: die Gründung
Am 8. Januar 2024 haben wir den Verein Utopia Bad Nauheim e.V. gegründet und beim Amtsgericht Friedberg eintragen lassen (VR 3259) – noch bevor das Konsumcannabisgesetz am 1. April 2024 in Kraft trat. Das Interesse war von Anfang an groß: Schon im Frühjahr 2024 lagen uns viele Bewerbungen für eine Mitgliedschaft vor.
Der Antrag: 109 Seiten Konzept
Seit dem 1. Juli 2024 können Anbauvereinigungen eine Erlaubnis beantragen. Zuständig ist für uns das Regierungspräsidium Darmstadt. Unser Antrag umfasste ein Konzept von 109 Seiten. Gefordert waren unter anderem:
- ein Sicherheitskonzept für Anbau, Lagerung und Ausgabe mit Einbruchschutz, Zugangskontrolle und Sichtschutz,
- ein Gesundheits- und Jugendschutzkonzept sowie eine geschulte Person für Prävention,
- Führungszeugnisse aller vertretungsberechtigten Personen,
- geeignete Räume mit den vorgeschriebenen Abständen zu Schulen, Kinder und Jugendeinrichtungen und Spielplätzen.
Die größte Hürde: der Standort
Eine passende Halle zu finden, war eine der schwierigsten Aufgaben. Viele Vermieter scheuen das Thema, und die gesetzlichen Abstandsregeln schließen viele Flächen von vornherein aus. Am Ende haben wir eine geeignete Fläche in einem Gewerbegebiet in der Wetterau gefunden.
April 2025: die Erlaubnis
Wenige Tage vor Ostern 2025 kam die Erlaubnis des Regierungspräsidiums Darmstadt – nach langem Warten, wie auch die Frankfurter Rundschau und die Wetterauer Zeitung berichteten. Damit gehören wir zu den ersten genehmigten Anbauvereinigungen in Hessen.
Vom Anbau zur ersten Ausgabe
Seit Juli 2025 ist unser Vereinssitz in Butzbach. Im September 2025 startete der erste Anbauzyklus, im Dezember 2025 folgte die erste Ausgabe an unsere Mitglieder. Insgesamt haben wir in unserem ersten halben Jahr 9,5 Kilogramm geerntet – mehr dazu in unserem Beitrag zur ersten Ernte.
Was wir anderen Gründern mitgeben würden
- Plant viel Zeit ein: Von der Gründung bis zur Erlaubnis kann über ein Jahr vergehen.
- Sucht früh nach einem Standort und prüft die Abstandsregeln genau.
- Nehmt das Konzept ernst: Sicherheit, Jugendschutz und Dokumentation sind keine Formalien, sondern die Grundlage für das Vertrauenvon Behörden und Öffentlichkeit.
- Rechnet mit Pannen – und lernt daraus.